Flüssigchromatographie

Flüssigchromatographie (LC/HPLC):
Trennmethode zur Analyse komplexer Substanzgemische

Labormitarbeiterin bei der Probenvorbereitung für die Flüssigchromatographie (HPLC/IC) im Prüflabor von SAS Hagmann zur Analyse chemischer Stoffe und Gemische.

Gundlagen der Flüssigchromatographie

Die Flüssigchromatographie (LC/HPLC) ist eine analytische Methode, die die Trennung von Substanzen in einem Gemisch ermöglicht. Dabei werden Analyten anhand ihrer spezifischen Wechselwirkung mit der stationären Phase und der mobilen Phase voneinander unterschieden. Diese Form der Chromatographie kommt in zahlreichen Anwendungen der Laboranalytik vor und eignet sich besonders zur präzisen Analyse komplexer Proben. Moderne Systeme nutzen dabei unterschiedliche Detektoren, spezielle Lösungsmittel und exakt abgestimmte Komponenten, um reproduzierbare Ergebnisse zu gewährleisten. Die flüssige Chromatographie ist insbesondere für nichtflüchtige, thermisch labile oder hochpolare Moleküle geeignet.

Die mobile Phase transportiert das Gemisch durch die Trennsäule, die mit einem definierten Füllmaterial gepackt ist, welche die stationäre Phase bildet. Je nach Art, Oberfläche oder Polarität der stationären Phase können unterschiedliche Wechselwirkungen zu den Einzelkomponenten des zu trennenden Gemischs eingegangen werden. Unterschiedliche Polaritäten der Moleküle führen zu variablen Retentionszeiten, die Grundlage der quantitativen und qualitativen Chromatographie-Auswertung sind.

Im Prüflabor erfolgt die Trennung eines Substanzgemischs über Adsorptions-, Verteilungs- oder Ionenaustauschprozesse. Die resultierenden Retentionszeiten dienen der Identifizierung der Analyten. Um den Trennprozess auf die individuelle Natur der Fragestellung zuzuschneiden gibt es verschiedene Parameter, die dafür variiert werden können, z. B. die Wahl und Zusammensetzung des Eluenten, Fließgeschwindigkeiten etc.

Im Gegensatz zur Gaschromatographie eignet sich die Flüssigchromatographie (LC) besonders für nichtflüchtige, thermisch labile oder hochpolare Substanzen. Ionenchromatographie ist ein Spezialfall der Flüssigchromatographie und dient der Bestimmung von geladenen Analyten, insbesondere anorganische Ionen. Insgesamt decken die unterschiedlichen Methoden innerhalb der Flüssigchromatographie ein breiteres Analyten-Spektrum ab.

Aufbau und Komponenten eines LC-Systems

Ein typisches LC-System im Prüflabor umfasst üblicherweise ein Pumpsystem, Mischkammern für Eluenten, automatisierte Probenzuführung (Autosampler), Trennsäule, Detektoren und eine präzise Steuer- und Datenauswertungseinheit. Die Wahl der Komponenten beeinflusst Auflösung, Empfindlichkeit und Robustheit des Systems.

Die mobile Phase – meist ein Gemisch aus organischen Lösungsmitteln und Wasser – beeinflusst durch ihre Elutionswirkung die Retentionszeiten und damit die Auftrennung der Analyten des Gemischs. Die Auswahl der Lösungsmittel der mobilen Phase und die Art ihrer Mischung wird dabei auf die physikalischen Eigenschaften der zu erwartenden Analyten bestimmt. Die flüssige Zusammensetzung hängt maßgeblich von den physikochemischen Eigenschaften der Analyten ab.

Moderne Trennsäulen nutzen meist Reversed-Phase-Materialien (z. B. C18), seltener Normal-Phase oder HILIC. Das Säulenmaterial (1,7–5 µm Partikel, Core-Shell oder Vollpartikel) bestimmt Effizienz und Druckverhalten. Die stationäre Phase definiert die Selektivität des Systems.

Hochpräzise Pumpen sorgen für stabilen Druck und gleichmäßige Flussraten. Der Injektor überführt die Probe reproduzierbar ins System. Für die Detektion werden unter anderem UV- und Dioden-Array-Detektoren (DAD) sowie Massenspektrometer eingesetzt.

Hochleistungsflüssig­chromatographie HPLC und UHPLC

Dieser Abschnitt konzentriert sich auf physikalische Partikel und sichtbare Rückstände. Methoden wie optische Mikroskopie, FT-IR oder REM-EDX ermöglichen die Untersuchung, Klassifizierung und Analyse von Partikeln. Die gewonnenen Daten helfen, Werkstoffeigenschaften zu beurteilen und Fertigungsprozesse zu optimieren.

Die HPLC erzielt sehr gute Trennungen im Fall von komplexen Analyten, insbesondere bei Produkten mit vielen Komponenten, Abbauprodukten oder Verunreinigungen. Dank der methodisch guten Übertragbarkeit in Verbindung mit einer hohen Reproduzierbarkeit hat sich die HPLC als eine Standardtechnologie für Prüflabore etabliert.

UHPLC-Systeme nutzen kleinere Partikelgrößen für die stationären Phasen und erreichen damit höhere Drücke bei vergleichbaren Fließgeschwindigkeiten, womit eine Steigerung der Trennleistung einhergeht. Durch die damit verbundene Verkürzung der Analysedauern ist diese Methode optimal geeignet für schnelle Screening-Analysen im Laboralltag.

Parameter wie Druck, Flussrate, Temperatur oder Lösungsmittelgradienten beeinflussen die Wechselwirkung zwischen Analyten und flüssigen mobilen Phase und damit den gesamten Trennprozess maßgeblich. Eine optimale Einstellung dieser Parameter im Rahmen der Methodenentwicklung verbessert Retentionszeiten und die Qualität der Analyse.

Detektoren und Kopplungen in der Flüssigchromatographie

Nach erfolgter Separation müssen die einzelnen Komponenten, die mittels mobiler Phase transportiert werden, nach Austritt aus der Trennsäule erfasst und detektiert werden. In der Flüssigchromatographie kommen dafür verschiedene Detektoren zum Einsatz, je nach Art der Substanzen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Kopplung von LC-Methoden mit Techniken der Massenspektrometrie wie LC-MS, HPLC-MS oder UHPLC-MS, da die Kombination dieser Techniken große Teile zur Strukturaufklärung und damit Identifizierung der Analyten beitragen kann.

UV/VIS und DAD-Systeme eignen sich sehr gut für die Bestimmung von Molekülen mit Quantifizierungen lichtabsorbierender Chromophoren. DAD liefert zusätzlich spektrale Informationen zur Absorptionscharakterisierung.

Die Massenspektrometrie liefert durch unterschiedliche Ionisierungstechniken je nach Art der Analyten neben der quantitativen Bestimmung auch strukturelle Informationen. Insbesondere Ionisierungsverfahren wie ESI oder APCI erweitern das Spektrum an Analysemethoden erheblich. Dadurch sind sehr genaue Aussagen über Analyten selbst in komplexen Proben möglich.

Anwendungen der Flüssigchromatographie im Prüflabor

Die Flüssigchromatographie ist eine zentrale Methode für Qualitätskontrolle, Schadstoffanalytik und Materialprüfung. Sie eignet sich zur Analyse von Pharmazeutika, Chemikalien, Lebensmitteln und Materialproben gleichermaßen und ermöglicht eine präzise Trennung und Analyse selbst komplexer Substanzgemische und ist damit unverzichtbar für die routinemäßige Laborarbeit.

Mit der Flüssigchromatographie können geringste Verunreinigungen und Rückstände in chemischen, pharmazeutischen oder technischen Produkten detektiert werden. Durch die Kombination mit unterschiedlichen Detektoren oder MS-Kopplungen lassen sich auch spurenhafte Analyten zuverlässig identifizieren und quantifizieren.

Komplexe Substanzgemische lassen sich mit der Flüssigchromatographie zuverlässig in ihre Komponenten auftrennen und quantitativ bestimmen. Die präzise Messung ermöglicht neben der Bestimmung der Konzentration auch die Beurteilung der Zusammensetzung und Reinheit von Proben.

Mit der Flüssigchromatographie können Additive, Weichmacher und Stabilisatoren aufgrund ihrer spezifischen Wechselwirkungen mit der Säule zuverlässig identifiziert und charakterisiert werden. Dies unterstützt die Bewertung von Materialqualität, Produktsicherheit und Konformität mit regulatorischen Vorgaben. Die Methode eignet sich für pharmazeutische und chemische LC-Analysen gleichermaßen.

Auswertung, Detektion und Ergebnisdokumentation

Die HPLC-Auswertung erfolgt im wesentlichen über die Retentionszeiten sowie die Flächenintegrale der detektierten Signale. Bei LC-MS kommen noch Aussagen zu den Molekül- oder Fragmentmassen der detektierten Analytionen hinzu, die im Idealfall eine genaue Strukturzuordnung ermöglichen. Die vollständige Dokumentation sichert Rückverfolgbarkeit, Qualitätssicherung und Prüfnachweise.

Bei der Flüssigchromatographie dienen qualitative Analysen der Identifizierung von Analyten über Retentionszeiten im Abgleich mit bekannten Referenzstoffen. Quantitative Analysen bestimmen die exakte Konzentration der Komponenten anhand von Kalibrierungen oder internen Standards.

Alle LC-Ergebnisse werden vollständig dokumentiert, inklusive Retentionszeiten und Detektorsignalen. So ist die Rückverfolgbarkeit der Substanzen gewährleistet und die Anforderungen an Qualitätssicherung und Prüfnachweise werden erfüllt.

FAQ zur Flüssig­chromatographie

Die HPLC ermöglicht die Trennung auch hochpolarer, thermisch labiler oder nichtflüchtiger Moleküle, die in der Gaschromatographie nicht analysierbar wären. Durch unterschiedliche stationäre und mobile Phasen können selbst komplexe Substanzgemische mit hoher Auflösung getrennt werden. Zudem liefern moderne Detektoren und MS-Kopplungen eine sehr hohe Empfindlichkeit und eindeutige Identifizierung.

Die LC/HPLC eignet sich besonders für Flüssigkeiten, Extrakte, Produktlösungen, Formulierungen sowie polymer- oder additivhaltige Matrizes. Auch komplexe Proben wie Lebensmittel, Chemikalien, pharmazeutische Lösungen oder Materialoberflächenauszüge können zuverlässig getrennt und analysiert werden. Matrixeffekte lassen sich dabei durch geeignete Probenvorbereitung minimieren.

Mit HPLC-MS und insbesondere UPLC-MS sind Nachweisgrenzen im niedrigen ppb- bis hin zum sub-ppb-Bereich erreichbar, abhängig von Analyten, Ionisationsquellen und Matrize. UHPLC-Systeme ermöglichen aufgrund kleinerer Partikelgrößen und schärferer Peaks zusätzlich verbesserte Signal-zu-Rausch-Verhältnisse. Dadurch lassen sich selbst spurenhafte Verunreinigungen sicher detektieren.

DAD-Detektoren eignen sich für breit einsetzbare quantitative UV-Analysen. Fluoreszenzdetektoren bieten maximale Sensitivität für spezifische, stark fluoreszierende Substanzen. Massenspektrometer sind ideal, wenn eine eindeutige Identifizierung oder Strukturinformation benötigt wird – insbesondere bei komplexen Proben oder unbekannten Komponenten.

Die Zusammensetzung der mobilen Phase beeinflusst Retentionszeiten, Peakformen und Selektivität direkt. Polare oder unpolare Lösungsmittel, pH-Wert und Gradientengestaltung bestimmen maßgeblich die Analysegschwindigkeit und Trennschärfe. Eine optimal abgestimmte mobile Phase verkürzt Laufzeiten und verbessert gleichzeitig die Auflösung.

Ja, die LC/HPLC ermöglicht eine sehr zuverlässige Identifizierung selbst geringster Verunreinigungen, insbesondere in Kombination mit DAD- oder MS-Detektion. Retentionszeiten und charakteristische Detektorsignale dienen als eindeutige Zuordnungsmerkmale. Dadurch können auch unbekannte oder spurenhafte Komponenten sicher erfasst werden.

Partikel, Proteine, Lipide oder polymerhaltige Bestandteile müssen vor der Injektion durch Filtration, Zentrifugation oder Festphasenextraktion entfernt werden. Zudem sollten nur geeignete Lösungsmittel und pH-Bereiche genutzt werden, um das Säulenmaterial nicht zu beschädigen. Eine saubere Probenvorbereitung erhöht die Lebensdauer der Trennsäule und sorgt für stabile Retentionszeiten.

Die Flüssigchromatographie wird in der Kunststoff-, Chemie-, Pharma-, Lebensmittel-, Umwelt- und Fertigungsindustrie breit eingesetzt. Sie dient zur Analyse von Additiven, Stabilisatoren, Rückständen, Abbauprodukten oder Qualitätsparametern in Produktionsprozessen. Auch Materialanalytik und Produktqualifizierung profitieren von der hohen Selektivität der LC/HPLC.

Retentionszeiten sind ein zentrales Identifikationsmerkmal in der LC/HPLC. Sie spiegeln die Wechselwirkungen eines Analyten mit mobiler und stationärer Phase wider und ermöglichen die eindeutige Zuordnung der Peaks. In Kombination mit Detektorsignalen oder MS-Fragmenten entsteht ein robustes Identifizierungssystem.

Ja, es können sowohl validierte HPLC/LC-Methoden bereitgestellt als auch kundenspezifische Anpassungen für bestehende Analytik-Systeme entwickelt werden. Dazu gehören Optimierungen von Säulenmaterial, mobiler Phase, Detektion und Probenvorbereitung. So lassen sich Systeme gezielt auf die jeweiligen Produkte und Anforderungen abstimmen.

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